Gedanken zur Ernährungsinitiative

Nachhaltige Lebensmittelproduktion und Ernährungssicherheit stärken

Die Ernährungsinitiative fordert bei der Schweizer Lebensmittelproduktion einen Selbstversorgungsgrad von 70 %. Dieses hoch angesetzte Ziel gilt als nicht umsetzbar. Für einen Gegenvorschlag fand sich im Parlament keine Mehrheit, die SP Schweiz empfiehlt daher ein NEIN.

Die Initiative trifft durchaus einen Nerv. Die Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung verfolgt das Ziel bis 2050 einen Selbstversorgungsgrad von 50 % zu erreichen. Sofern keine deutliche Kurskorrektur erfolgt, wird der Bund sein Ziel klar verfehlen. Die Schweiz subventioniert die Landwirtschaft mit jährlich rund 3 Milliarden Franken. Anstatt pflanzliche Grundnahrungsmittel zu fördern und damit die Versorgungssicherheit der Schweiz zu stärken, werden hauptsächlich tierische Produkte subventioniert. Die Konsequenz ist eine Überproduktion an Schweinefleisch, weshalb ein Teil davon billig ins Ausland exportiert wird. Dabei zerstören wir willentlich unsere Natur. Der Baldeggersee muss beispielsweise aufgrund intensiver Nutztierhaltung seit Jahrzehnten künstlich belüftet werden. Auch der Zuckerrübenanbau profitiert im Gegensatz zu Raps, Bohnen etc. von deutlich höheren Subventionen. Indirekt wird so die Produktion zuckerhaltiger Lebensmittel gefördert. Anstatt unsere fruchtbaren Flächen für den Anbau von Zuckerrüben und Futtermais zu verschwenden, könnte mit Annahme der Initiative stattdessen die nachhaltige Produktion von Grundnahrungsmitteln gefördert werden.

Deshalb stimme ich persönlich entgegen der Parole der SP Schweiz JA zur Ernährungsinitiative.

 

Philipp Sanchez

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