Nein zum privaten Gestaltungsplan Post-/Zürcherstrasse

Das Referendumskomitee aus Vertreterinnen und Vertretern von SP, AL und GAMFA hat erfolgreich das Referendum gegen den privaten Gestaltungsplan Post-/Zürcherstrasse ergriffen. Über 300 Dietiker:innen haben mit ihrer Unterschrift verlangt, dass die Bevölkerung an der Urne über dieses wichtige Projekt entscheiden kann.

Der Standort Post-/Zürcherstrasse gehört zu den zentralsten Entwicklungsgebieten unserer Stadt. Was hier gebaut wird, prägt das Dietikon der kommenden Generation. Umso wichtiger ist es, dass dort Wohnraum entsteht, der den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht und der unserer Stadt und unserer Gesellschaft einen Mehrwert gibt. Der vorliegende Gestaltungsplan sieht jedoch überwiegend 2.5-Zimmer-Wohnungen im oberen Preissegment vor, was tendenziell zu einer Mieterschaft führt, die sich nicht mit dem Ort verbunden fühlen.  Ein ausgewogener Wohnungsmix fehlt. Besonders problematisch ist das Fehlen von familienfreundlichen, bezahlbaren Wohnungen, ausgerechnet in unmittelbarer Nähe eines Schulhauses.

Dietikon steht vor grossen Herausforderungen im Bereich Wohnen. Viele Menschen mit mittleren und tiefen Einkommen finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Die Stimmberechtigten haben deshalb 2023 klar entschieden, dass sich die Stadt aktiv für bezahlbaren Wohnraum einsetzen soll. Dieser Auftrag ist in der Gemeindeordnung verankert. Der vorliegende private Gestaltungsplan trägt diesem demokratischen Entscheid jedoch nicht Rechnung. Gerade bei grossen Arealentwicklungen werden die Weichen langfristig gestellt. Wenn jetzt kein verbindlicher Anteil an bezahlbarem Wohnraum eingefordert wird, ist diese Chance für viele Jahre vertan. Was heute ohne entsprechende Vorgaben gebaut wird, bleibt über Jahrzehnte bestehen.

Seit Jahren sollte sich Dietikon für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Bereits die 2016 verabschiedete Stadtentwicklungsstrategie hat dieses Ziel klar aufgenommen. Im kommunalen Richtplan wurde es verbindlich festgeschrieben. Der Gegenvorschlag zur 2023 lancierten Initiative hat schliesslich dazu geführt, dass die Förderung von bezahlbarem Wohnraum sogar in der Gemeindeordnung verankert wurde.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum nachvollziehbar, dass im Rahmen des vorliegenden Gestaltungsplans auf verbindliche Vorgaben für bezahlbaren Wohnraum verzichtet wurde. Ebenso unverständlich ist, dass der Stadtrat diese Zielsetzung im städtebaulichen Vertrag nicht konsequent eingefordert hat. Dass nun sogar das Referendum ergriffen werden musste, um diesen längst festgehaltenen Grundsatz einzufordern, zeigt die Widersprüchlichkeit der aktuellen Vorlage deutlich.

Es geht nicht darum, Entwicklung zu verhindern. Es geht darum, die Entwicklung richtig zu gestalten. An einem so zentralen Ort muss Wohnraum entstehen, der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zugutekommt: Familien, älteren Menschen, Alleinstehenden und Menschen ohne grosses Einkommen.

Mit einem Nein zum privaten Gestaltungsplan schaffen wir die Grundlage für eine bessere, ausgewogenere Lösung, die dem Willen der Bevölkerung entspricht und langfristig zur Lebensqualität in Dietikon beiträgt.

Darum empfiehlt das Referendumskomitee: Nein zum privaten Gestaltungsplan Post-/Zürcherstrasse.

Mehr dazu unter: dietikonbezahlbar.ch

 

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